Wiesenkuhschelle
Pulsatilla pratensis
Der Name Pulsatilla kommt vom lateinischen "pulsare" schlagen, und ist vielleicht auf das Hin- und Herschlagen der Pflanze im Wind zurückzuführen. Dodaneus schreibt 1664 in seinem Kräuterbuch, dass die Küchenschelle aus den Tränen der Venus entstanden sei, als sie den Jüngling Adonis beweinte, der auf einer Jagd von einem Eber getötet wurde. Andere Namen für die Wiesenkuhschelle sind Wiesen-Küchenschelle, Kuhschelle, Glockrose oder Osterblume. Auf ausgesprochen kalkhaltigem und extrem trockenem Boden an kühlen, gerne hochgelegenen Standorten fühlt sich die typische Frühlingsblume wohl. Sie kommt vor allem in Europas und Russlands Gebirgen vor. In Deutschland kommt sie nur etwa nordöstlich der Mittelgebirge und insbesondere östlich der Elbe und in Thüringen vor und steht in den meisten Bundesländern auf den Roten Listen. Die zur Familie der Ranunkeln (Ranunculaceae) gehörende Pflanze bildet große, nach unten geneigte Blüten aus, die einen Durchmesser von bis zu 5 cm haben können. Ihre Blütenblätter sind schwarz-violett. Bis zu 30 cm hoch kann die Wiesenkuhschelle werden und besitzt drei- bis vierfach gefiederte Grundblätter. Die Blütezeit der Wiesenkuhschelle ist zwischen April und Mai.
Diese Pflanzenart gilt in Mitteleuropa als gefährdet und ist nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt. Zur homöopathischen Aufbereitung wird die frische, zur Zeit der Blüte gesammelte, ganze Pflanze verwendet. Hauptanwendungsgebiete sind hier Hautkrankheiten, Krampfaderleiden, Entzündungen der Atemwege, Erkrankungen der Verdauungsorgane, Entzündungen der weiblichen Genitalorgane, Entzündungen des Auges, Mittelohrentzündungen, Masern, Mumps, Blasenentzündungen, Harnentleerungsstörungen, rheumatische Erkrankungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und seelische Störungen.
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