Gewöhnliche Brechnus

Nux vomica, Strychnos nux

Weitere Namen sind Krähenaugenbaum, Strychninbaum oder Brechnussbaum. Die Brechnuss gehört zur Familie der Brechnussgewächse (Loganiaceae). Der 10 bis 15 m hohe immergrüne Baum hat lederartige Blätter. Die weißen Blüten sind bis zu 1 cm groß und sehen aus wie eine Dolde. Die Früchte ähneln in Form und Farbe kleinen Orangen und enthalten in einer gallertartigen Masse die eigentlichen Brechnüsse, die etwa die Form von Knöpfen haben und mit feinen, seidigen Haaren bedeckt sind. Die Schale dieser Samen ist hart und steht unter starker Spannung. Wenn es feucht wird, platzen die Brechnusssamen explosionsartig an den Längsseiten auf und keimen dann aus. Die Pflanze ist in Südostasien und im tropischen Australien einheimisch und wird in Westafrika teilweise kultiviert. Sie bevorzugt tonige Böden und wächst bis in Höhen von 1200 Metern. Rinde, Blätter und Samen enthalten unter anderem das hochgiftige Alkaloid Strychnin. Für manche Tierarten ist die Pflanze jedoch nicht giftig: Der Nashornvogel ernährt sich unter anderem von den Brechnusssamen. Auch für Hühner und Schnecken sind sie ungiftig.Schon im 11. Jahrhundert wurde die Brechnuss in der arabischen Medizin erwähnt. Die Brechnusssamen wurden im Mittelalter gegen die Pest eingesetzt.

Im 17. Jahrhundert findet das Krähenauge Verwendung beim Betäuben von Fischen und beim Vergiften von Tieren (Füchsen, wilden Katzen, Krähen, Raben, Ratten und Mäusen). Indische und chinesische Kräuterkundige verabreichten die Wirkstoffe bei Appetitlosigkeit, Muskelschwäche oder -Lähmungen, zur Schmerzlinderung, gegen Fieber, zur Förderung der Blutzirkulation, gegen Menstruationsprobleme sowie gegen Cholera und Tollwut. Zur homöopathischen Aufbereitung verwendet man die reifen, getrockneten Samen.Hauptanwendungsgebiete sind Entzündungen und Krämpfe des Magen-Darm-Kanals, Leber- und Gallestörungen, Förderung des Galleflusses, Verstopfung, Beschwerden durch Nahrungsmittel, Arzneimittel oder Genussmittel, Kopf- und Nervenschmerzen, fiebrige Erkrankungen, Entzündungen der Atemorgane, Schwindel, Schlafstörungen, nervliche Überreiztheit, Verstimmungszustände, Kreislaufbeschwerden.

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